Manos Tsangaris arbeitet seit jeher an der medialen Erweiterung und Zuspitzung des Komponierens und seines Handwerks: Wie die verschiedenen Wahrnehmungsbereiche des Menschen im Kunstwerk in einen Bezug zueinander gebracht, wie sie aufeinander zu entwickelt werden können, bildet seine zentrale Fragestellung. Zwar hat Tsangaris auch Stücke in konventionellen, konzertanten Besetzungen geschrieben, er verfasst literarische Texte und ist Autor von bildnerischen und installativen Arbeiten. Geraten diese verschiedenen Medien allerdings in einen Zusammenhang, so geht es nicht nur um ihr möglichst gekonntes Arrangement, vielmehr erforscht der Komponist viel grundsätzlicher die Schnittstellen, an denen solche mediale Verbindungen überhaupt erst möglich werden. Mit der Originalität seines Ansatzes gehört er zu den wichtigsten Vertretern eines neuen Musiktheaters, einem neuartigen künstlerischen Format im Zusammenspiel von Klang, Wort und Szene. (Patrick Müller)
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