winzig
Theater für ein Haus

(1993 -)

Spiralfedernfabrikation "Max Borchert"
Schlesische Strasse 42
(U-Bahnhof Schlesisches Tor)

10997 Berlin-Kreuzberg




Eine Aufführung der Hochschule der Künste Berlin




 
Winzig ist eine Sammlung von szenischen Miniaturen für ein zahlenmäßig äußerst kleines Publikum in unterschiedlichen, dafür nicht unbedingt vorgesehenen Räumen eines Hauses, z.B. dem Heizungskeller, der Garderobe, dem Personen- oder Lastenaufzug, der Abstellkammer, doch auch - falls vorhanden - der Probebühne und dem Theatersaal.

Der eine Teil der Stücke funktioniert nach dem Schaubudenprinzip: Eine kleine Zuschauergruppe, also etwa zwei bis fünf Menschen, besucht eine kurze Aufführung, die auf die jeweilige Position der Anwesenden genau zugeschnitten ist. Nach dieser "Vorstellung", die je Stück nur etwa drei bis fünf Minuten dauern wird, verlassen sie den Aufführungsort und die nächste Besuchergruppe wird hineingeschleust.

So wandern die Menschen durch das Gebäude und begegnen dabei der anderen Kategorie von Kompositionen aus winzig: Installativ angelegten Stücken ohne sukzessiv angelegte Dramaturgie, die permanent zugänglich und einsehbar sind, so, als wären sie immer schon dagewesen.

Jeder Besucher dieser Musiktheater-Miniaturen für ein Haus wird während der gesamten Aufführung einen eigenen, individuell gewählten Weg durch das Gebäude und somit durch das "Stück" gehen, da die Reihenfolge der komponierten Situation nicht festgeschrieben ist. (Manos Tsangaris)

 

winzig (wieder in Berlin)

Fünf Jahre nach der legendären Aufführung im "Kunsthaus Tacheles" kehrt der Zyklus winzig zurück nach Berlin: Wieder wird streng nach Partitur ein ganzes Gebäude - diesmal also eine Bettfedernfabrik - drei Tage lang stillgelegt. Mehr als vierzig Mitwirkende der HdK Berlin haben sich diesmal vorgenommen, das minimal- monumentale Werk von Manos Tsangaris mitten in Kreuzberg zum Klingen zu bringen.

Jede Einzelaufführung erlaubt maximal 5 bis 10 Zuschauer, jedes Stück dauert nur ein paar Minuten. Und bestenfalls wird solange gespielt, bis jeder alles gesehen hat.

Eingeweihte raunen sich zu, dass es zwischen der 30. und 40. Wiederholung besonders gut klingt. Wann mag das sein? Wovon werden die Musiker nachts träumen?

MSL, Köln

 

Erste Aufführung: Samstag, 20. April 2001

Weitere Aufführung: Sonntag 22. April 2001

jeweils 20.00 Uhr