Biografie
 
© 2009 by Jordi Posthumus, Cologne

Manos Tsangaris

 

Manos Tsangaris wurde 1956 in Düsseldorf geboren und studierte Komposition und Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel und Schlagzeug bei Christoph Caskel an der Musikhochschule Köln. Seine Kompositionen finden international Beachtung und wurden u.a. auf renommierten Festivals wie den Wittener Tagen für neue Kammermusik, Belgrader Internationalen Theaterfestival, der MusikBiennale Berlin, der Biennale Venezia und den Donaueschinger Musiktagen und an Theater- und Operhäusern in Köln, New York, Mannheim, Dresden und Bielefeld aufgeführt. Darüber hinaus erhielt Manos Tsangaris zahlreiche Kompositionsaufträge von deutschen Rundfunkanstalten und schrieb ein großes Orchesterwerk zum 15jährigen Bestehen der Kölner Philharmonie. Seit 1990 werden seine installativen und bildnerischen Arbeiten regelmäßig von wichtigen Galerien und Museen im In- und Ausland präsentiert. Einzelausstellungen wurden ihm u.a. vom Kölner Diözesanmuseum und der Kunsthalle Odense (DK) gewidmet. Seit 1986 erscheinen seine Gedichte in Anthologien und in Einzelveröffentlichung u.a. beim Kölner Thürmchen-Verlag und dem Stuttgarter Radius-Verlag. Konzertreisen führten ihn in viele Länder Europas, nach Nordamerika und Asien.  

Auf Einladung des Sowjetischen Komponistenverbandes war Tsangaris 1991 Composer in Residence in Moskau. Im selben Jahr initiierte er den Kongress Praemoderne in Köln. 1991 erhielt er das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln, 1993/94 das Stipendium der Akademie Schloß Solitude, Stuttgart, 1997 wurde ihm der Kunstpreis (Musikförderungspreis) der Akademie der Künste Berlin verliehen, 1998 Aufenthalt in der Villa Serpentara, Olevano.

2002 bis 2007 war Manos Tsangaris künstlerischer Berater der Intendanz des Kölner Schauspielhauses.

1991 war er Dozent der Sommerakademie Civitella d'Agliano (I), 2002 unterrichtete er transdisziplinares Komponieren bei Ny Musikk in Oslo und Stavanger (N). 2003 an der KlangKunstBühne der Universität der Künste Berlin. 2004, 2006 und 2008 ist er Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen.

2007/08 leitet er das Akademeprojekt des Europäischen Zentrums der Künste in Dresden, Festspielhaus Hellerau mit 20 Stipendiaten.

Im Wintersemester 2008/09 übernahm er eine Vertretungsprofessur für Komposition an der Universität der Künste Berlin. 2009 wurde er als Professor für Komposition an die Hochschule für Musik Dresden berufen und im selben Jahr als Mitglied in die Akademie der Künste, Berlin, gewählt. Im Januar 2010 fand an der Hochschule Musik und Theater Zürich eine Projektwoche mit Werken von Manos Tsangaris statt.

Manos Tsangaris erhielt für sein im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2009 uraufgeführtes Stationentheater Batsheba. Eat the History! den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters bei den Donaueschinger Musiktagen 2009

"Die Frage, wie sich die verschiedenen medialen Wahrnehmungsbereiche des Menschen im Kunstwerk sinn- und bedeutungsvoll verbinden lassen, steht im Mittelpunkt der kompositorischen Arbeit von Manos Tsangaris. Die Tätigkeit des Komponierens bezieht sich damit nicht nur auf die Leistung, Dinge zusammenzufügen (eben zu kom-ponieren), sondern zugleich auf die vorausgehende experimentelle Erforschung der Schnittstellen, an denen mediale Verbindungen überhaupt erst möglich werden. Der Erweiterung des traditionellen Kompositionsbegriffs entspricht die Vielfalt der möglichen Resultate. In den vergangenen 25 Jahren entstanden neben musikalischen Kompositionen auch Gedichte, Prosa und installative wie bildnerische Werke. Obwohl Tsangaris' Arbeiten im Bereich Wort und Bild durchaus Anspruch auf Eigenständigkeit erheben, ist ihre Bündlung und Synthese in einem universell verstandenen Musiktheater das zentrale Moment seiner künstlerischen Tätigkeit."                       

Raoul Mörchen